Erbsen

Die Erbse muss sprachlich oft für knauserige Zeitgenossen, die Erbsenzähler, herhalten und steht im Verdacht bei Prinzessinnen Schlafprobleme zu verursachen. Dennoch, die Erbse ist und bleibt eine der beliebtesten Hülsenfrüchte der Deutschen.


Gemüse des Jahres

Die Erbse wurde sogar zum Gemüse des Jahres 2009 auserwählt. Seit zehn Jahren wird das Gemüse des Jahres jährlich durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) ausgerufen, um auf den Rückgang unserer Kulturpflanzen aufmerksam zu machen. Erbsen zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie werden seit fast 4000 Jahren angebaut. Immerhin ist die Hülsenfrucht heute weltweit das viertwichtigste Gemüse. Es gibt fast 250 verschiedene Sorten von Erbsen. Bei uns werden aber immer nur dieselben drei angebaut. 2009 soll an die vergessenen Sorten erinnert werden.

Grüne Perlen

Die Erbse kann als harte ausgereifte Frucht, aber auch im grünen Zustand als ganz feines Gemüse genossen werden. Erbsenanbau gehört in vielen Kleingärten zum festen Bestandteil und trotzdem kann man feststellen, dass Kinder die Schoten anstaunen und gar nicht wissen, dass sich darin die grünen Perlen verstecken, die sie am Mittagstisch lieben und nur aus Dose oder Tiefkühltruhe kennen.

Erbsen kommen grün oder gelb, glatt oder runzelig vor. Man sollte wissen, dass es drei Formen gibt:
  1. Die Markerbse erkennt man beim Saatgut an ihren runzeligen Samenkörnern. Die jungen, frisch ausgehülsten Erbsen schmecken süßlich und man findet sie vor allem in Form von Dosen- oder Tiefkühlware.
  2. Zuckererbsen – auch Zuckerschoten - haben so zarte Hüllen und Körner, dass sie mitsamt der Schale gegessen werden können. Sie haben den höchsten Zuckergehalt und schmecken ihrem Namen gerecht werdend besonders süß. Zuckerschoten sind bei Wokgerichten sehr beliebt.
  3. Schalerbsen werden auch Palerbsen genannt. Sie haben im Gegensatz zur Markerbse schöne glatte und runde Samenkörner. Die Palerbsen werden meist getrocknet im Handel angeboten und eignen sich perfekt für einen Eintopf nach großmütterlicher Art. Sie enthalten viel Stärke und schmecken mehlig.

Frische Erbsen findet man zwar bei landwirtschaftlichen Direktvermarktern, auf Wochenmärkten und vereinzelt in Supermärkten, sie spielen aber wirtschaftlich so gut wie keine Rolle, vor allem wegen ihrer schlechten Lagereigenschaften. Sie sollten nämlich in ein bis zwei Tagen verbraucht werden, da sie sehr schnell ihr Aroma verlieren. Beliebt ist jedoch der eigene Anbau im Garten. Nach der Ernte lassen sie sich hervorragend einfrieren. Erst Putzen, Waschen und fünf Minuten Blanchieren, dann mit kaltem Wasser abschrecken und abkühlen lassen. Verpackt halten sie sich bis zu zwölf Monate in der Gefriertruhe.

Getrocknete Erbsen bewahrt man nach dem Kauf am besten in der Originalverpackung oder in einem verschlossen Behälter kühl, trocken und lichtgeschützt auf.


Rund und gesund

Die Erbse überzeugt durch ihre Nährwerteigenschaften. Als eines der eiweißreichsten pflanzlichen Lebensmittel leistet sie einen wichtigen Beitrag für den Aufbau von Körpersubstanz. Der Kohlenhydratanteil, vor allem in Form von Stärke, sorgt zusammen mit den enthaltenen Ballaststoffen für einen konstant anhaltenden Blutzuckerspiegel und eine gut funktionierende Verdauung. Erbsen sind auch reich an B-Vitaminen für die Zellentwicklung und Nervenweiterleitung. Außerdem finden sich in ihr Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium für Muskeln und Nerven, Eisen und Zink für die Immunabwehr.
Auch sekundäre Pflanzenstoffe machen die Erbse zu einem Power-Food. Erwähnenswert sind die Saponine. Sie entfalten ihre Hauptwirkung im Magen-Darm-Trakt. Im Dickdarm hemmen sie das Wachstum verschiedener Tumorzellen und binden Cholesterin.

Tabelle: Nährstoffgehalt von grünen Erbsen (Auszug)

100 g grüne Erbsen (Samen, frisch) enthalten:Eine Portion (200 g) grüne Erbsen deckt den Tagesbedarf einer Frau (25 - 50 Jahre, Leichtarbeiterin):
  • Energie
81 kcal8,5 %
  • Eiweiß
6,6 g28 %
  • Fett
0,5 g
  • Kohlenhydrate
12,3 g
  • Ballaststoffe
4,3 g28,7 %
  • Kalium
275 mg27,5 %
  • Magnesium
35 mg23,3 %
  • Eisen
1,7 mg22,7 %
  • Vitamin B1
0,3 mg60 %
  • Vitamin C
25 mg50 %
Quelle: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2003


Das Fazit

Vielseitigkeit, Geschmack und Nährwert sind also gemeinsam die Gründe, warum die Erbse öfter auf unserem Teller landen sollte. Statt Großmutters deftigem Eintopf könnte es folgende sommerlich leichte Suppe sein, die zudem ganz schnell gemacht ist:


Weitergehende Informationen:

Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V., im Interenet unter: www.nutzpflanzenvielfalt.de (Zugriff 7/2009)





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