Grassilageergebnisse 2019:
Grassilagen noch energiereicher als 2018

Stand: 10/09/2019

Für die Auswertung der Grassilageergebnisse 2019 wurden bis zum 20.08. von der LUFA Speyer 881 Grassilageproben des 1. und 2. Schnitts aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland analysiert.


Zusammenfassung - für eilige Leser!
  • Die Grassilagen 2019 sind mit Ø 6,4 MJ NEL im 1. und 6,2 MJ im 2. Schnitt sehr energiereich und für die Fütterung laktierender Kühe gut geeignet.
  • Die Rohproteingehalte liegen mit 141 (1. Schnitt) bzw. 150 g/kg TM (2. Schnitt) auf sehr niedrigem Niveau. Wer seine Grassilagen mit energiereichen, proteinarmen Komponenten wie Maissilage, Pressschnitzel oder Getreide kombiniert, wird Eiweißkomponenten zukaufen müssen.
  • Eiweißreiche Komponenten wie Raps- und Sojaextraktionsschrot oder Biertreber enthalten erhebliche Mengen P. Mit steigenden Mengen an Eiweißfutter in der Ration steigt deshalb auch die P-Aufnahme. Viele Betriebe werden deshalb auf eine P-Ergänzung über das Mineralfutter verzichten können. Dies entlastet Geldbeutel und Umwelt.
  • Viele Silagen waren zum Zeitpunkt der Probenahme noch nicht ausreichend vergoren. Es ist zu befürchten, dass nicht genügend Milchsäure gebildet wurde. Um Nacherwärmung zu vermeiden, sollten zuckerreiche Silagen (> 80 g Restzucker) mit einem hohen pH-Wert (> 4,5) mindestens 100 Tage durchsilieren und möglichst in der kalten Jahreszeit verfüttert werden. Der Vorschub sollte mindestens 2m pro Woche betragen.
  • Im Mittel enthalten die Silagen ausreichend Rohfaser und ADF. In Kombination mit den strukturreichen Maissilagen 2018 werden Probleme aufgrund von Strukturmangel eher selten auftreten. Wie die Maissilage 2019 ausfallen wird, ist schwer vorherzusagen. Zu beachten ist der z.T. sehr hohe Restzuckergehalt in einigen Grassilagen. Vor allem, wenn größere Mengen an Getreide verfüttert werden sollen du der Mais 2019 mehr Stärke enthält als der Mais 2018. Eine Rationsberechnung auf der Basis von Futteranalysen hilft, Fütterungsfehler im Vorfeld zu reduzieren. Das gilt auch für die Trockensteher (Stichwort Milchfieberprophylaxe).
  • Probleme mit Fehlgärungen (Buttersäure) sollten eher selten auftreten.

Die Grassilagen 2019 sind mit einem durchschnittliche Energiegehalt von 6,4 MJ NEL im 1. Schnitt und 6,2 MJ NEL im 2. Schnitt sehr energiereich. © DLR Eifel
Im Dateianhang finden Sie die ausführliche Kommentierung der Untersuchungsergebnisse


Download: Grassilageergebnisse_ 2019.pdfGrassilageergebnisse_ 2019.pdf



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