Bücher und Lehrmaterialien

Stand: 04/24/2014
Der letzte Teil des neuen Weltklimaberichtes wurde am 14.04.2014 in Berlin vorgestellt. Es ist der Abschluss des insgesamt fünften Sachstandberichts des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). An ihm wirkten hunderte Wissenschaftler mit, darunter auch 16 Experten aus Deutschland. Veröffentlicht wurde er in drei Teilen:
Im ersten, im September 2013 erschienenen Teilband geht es um die Ursachen und naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Der zentrale Befund lautet, dass die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung klarer als je zuvor festgestellt werden kann. In Teil zwei, veröffentlicht im März 2014, werden die Konsequenzen beschrieben, Band drei zeigt nun Handlungsoptionen zur Minderung von Treibhausgasemissionen auf. Immerhin könne die international vereinbarte Obergrenze von maximal 2°C Erderwärmung mit einer ambitionierten Klimapolitik noch erreicht werden.

In diesem Zusammenhang gewinnt auch der Themenkomplex Landwirtschaft - Ernährung - Gesundheit an Bedeutung. Unser täglich Brot – und besonders unser täglich Fleisch – trägt erheblich zur Klimabelastung bei. Erzeugung, Handel und Verarbeitung von Lebensmitteln verbrauchen etwa 20 Prozent der Gesamtenergie in Deutschland und tragen in ebensolcher Höhe zum Gesamtausstoß von Treibhausgasen bei. Eine nachhaltige, d.h. eine gesunde und zugleich umwelt- und sozialverträgliche Ernährungsweise ist eine Möglichkeit, wie jeder Einzelne seinen Konsum klimafreundlich gestalten kann.

Für diejenigen, die sich mit den Grundlagen und Empfehlungen einer nachhaltigen Ernährungsweise intensiver auseinandersetzen möchten, geben wir hier Literatur-Empfehlungen.


Nachhaltig genießen - Rezeptbuch für unsere Zukunft

Das Sach- und Kochbuch von Dr. Karl von Koerber und Hubert Hohler vermittelt die Prinzipien einer nachhaltigen Ernährung verbrauchernah und praxisbezogen.
Es zeigt auf, dass eine solche Ernährungsweise nicht nur ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoll, sondern auch gesund und überaus genussvoll ist.
Karl von Koerber ist einer der führenden Nachhaltigkeits-Denker in Sachen Ernährung in Deutschland. Seit 2009 leitet er die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Ernährung“ an der Technischen Universität München/Weihenstephan. Zudem gründete und führt er das „Beratungsbüro für ErnährungsÖkologie“ in München. Seit Beginn seines Studiums 1973 in Gießen setzt sich Dr. von Koerber für die Konzeption einer nachhaltigen Ernährung und deren Verbreitung in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ein.

Der gelernte Koch und Küchenmeister Hubert Hohler arbeitet seit 1997 als Küchenchef in der Klinik Buchinger in Überlingen am Bodensee. Hier verwöhnt er seine Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten, die zu 100 Prozent aus Bio-Produkten zubereitet werden. Er ist in der internationalen Vereinigung Slow Food® aktiv, die sich für eine nachhaltige Lebensmittelauswahl und hohen Genusswert einsetzt.

Die Autoren liefern viele Hintergrundinformationen und nützliche Tipps zu den Grundlagen einer nachhaltigen Ernährungsweise:
  • mehr pflanzliche, weniger tierische Lebensmittel essen
  • Bio-Lebensmittel verwenden
  • Lebensmittel aus der Region und der Saison wählen
  • natürliche, gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugen
  • Erzeugnisse aus Fairem Handel kaufen
  • energiesparend kochen
  • Verpackungsmüll und Verderb von Lebensmitteln vermeiden
  • Einkaufen am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad

Rezepte für kleine Köstlichkeiten, die mit wenig Aufwand nachgekocht werden können, regen an, sofort mit der Umsetzung zu beginnen. Das Buch ist als „Offizieller Beitrag zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ anerkannt.


Umweltschutz mit Messer und Gabel

Dr. Toni Meier, Universität Halle-Wittenberg, präsentiert eine Gesamtschau ökologischer Auswirkungen der Ernährung in Deutschland. Nicht-nachhaltige Verzehrs- und Produktionspraktiken verschärfen die Einflussnahme des Menschen auf globale und lokale Ressourcen. Besonders die „westlichen Konsummuster“ mit einem hohen Verzehr von tierischen Produkten, gesättigten Fettsäuren und einfachen Kohlenhydraten belasten nicht nur die Gesundheit und die Gesundheitssysteme, sondern auch die Umwelt.

Im Rahmen seiner Dissertation hat Toni Meier aktuelle und repräsentative Daten ausgewertet, unter anderem die Nationalen Verzehrsstudien sowie wichtige Umweltindikatoren. Erstmalig liefert er auf Bundesebene eine Fülle von Daten, in denen der Nahrungsmittelkonsum mit entsprechenden Daten der Umweltnutzung in Korrelation gesetzt wird.
Aus der umfangreichen Faktensammlung werden drei Strategieansätze zur Reduzierung umweltbelastender Effekte im Agrar- und Ernährungsbereich abgeleitet und mit Fakten belegt:
  1. Effizienzsteigerungen durch technische Innovationen in der gesamten Produktionskette
  2. Vermeidung von Verlusten und Abfällen
  3. Umstellung von Ernährungsmustern.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen auf, dass verbrauchsseitige Veränderungen wesentlich höhere Einsparpotentiale bringen als produktionsseitige Maßnahmen.
Besondere Umweltentlastungen bringt eine ovo-lakto-vegetarische Ernährung. Aber auch bei Beachtung der relativ moderaten Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind solche bereits erkennbar.

Dr. Meier veröffentlicht seine Forschungsergebnisse auch auf der Internetseite www.nutrition-impacts.org.


Lehrmaterialien

Nachhaltige Ernährung ist ein Thema für den Unterricht, besonders seit 2012 „Ernährung“ das Jahresthema der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung war. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat über 70 Lehrmaterialien, geordnet nach den einzelnen Bildungsbereichen, zum Thema nachhaltige Ernährung gesammelt. Vom Elementarbereich über die verschiedenen Schulstufen bis hin zur außerschulischen Jugendarbeit und Weiterbildung findet man Material zu den unterschiedlichen Aspekten wie z.B. Vegetarisch essen, Biologische Vielfalt, Gentechnik, Welternährung. Die Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie greift Empfehlenswertes mit Beispielcharakter heraus und möchte Ideengeber und Wegweiser für eigene Recherchen und die Vertiefung einzelner Themen sein.

Eine Broschüre (100 Seiten) listet die Materialien auf (pdf zum Download: siehe Anhang)


Quellen und weiterführende Informationen


Download: Broschuere_Lehrmaterialien_BNE.pdfBroschuere_Lehrmaterialien_BNE.pdf



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