Blumenkohlfamilie

Beim Stichwort Vitamine denkt man meist an süße Früchte in bunten Farben. Wer weiß schon, dass die Vertreter des deutschen Gemüses in den Vitamin-Top10 ganz vorne mitmischen? Und allen voran die verschiedenen Kohlarten.


"Blumenernte"

Blumenkohl wird auf der ganzen Welt gegessen und ist mit einer mehr als 1500jährigen Kocherfahrung behaftet. Er ist das ganze Jahr über erhältlich, in Deutschland wird der Blumenkohl von Mai bis Oktober geerntet.
Wer glaubt, Blumenkohl sei ein typisch deutsches Gemüse, liegt teilweise richtig – immerhin liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei sieben Kilogramm. Seine ursprüngliche Heimat ist jedoch China, von wo aus italienische Seefahrer ihn im 16. Jahrhundert mit brachten.
Die bemerkenswerte, schöne Formgebung des Blumenkohls ist nichts anderes als der fleischig-verdickte, noch nicht voll entwickelte Blütenstand, vorerst noch ohne Blütenknospenanlagen. Dies ist das optimale Erntestadium, in dem die "Blume" nur wenige Tage verharrt. Dann strecken sich die Blütenstandäste und wölben sich hervor - der Kopf wird grießig und locker. Da diese Entwicklung in einem Bestand unterschiedlich schnell erfolgt, wird täglich geerntet.


Neue Stars
Bei uns kennt man besonders den prachtvollen weißen Blumenkohl. Diese Färbung hat er wegen seiner Hüllblatter, die sich über die Blume neigen und so das Sonnenlicht von der Blume ferngehalten. Dadurch kann sich kein Chlorophyll bilden.
In Italien und Frankreich sind farbige Blumenkohlsorten beliebt. Gelbgrüne, rötliche oder sogar violette Exemplare stecken ihre Köpfe immer öfter auch bei uns aus den Marktkisten.
Das schönste Exemplar ist zweifellos der Romanesco. Dessen zweite Bezeichnung “Minarettkohl” deutet auf die Anordnung der Röschen hin.


Fit mit Gemüse

Dank seiner zarten Zellstrukturen ist der Blumenkohl im Vergleich zu anderen Kohlarten leicht verdaulich und gut bekömmlich. Der Kohlgeschmack ist zurückhaltend, die Nährstoffgehalte hingegen hoch. Sein Kaliumgehalt bringt ihn in der Nährstoff-Hitliste nach oben, auch deckt eine Portion Blumenkohl den Tagesbedarf an Vitamin C.
Blumenkohl und seine nahen Verwandten sind besonders im Sommer idealer Bestandteil einer obst- und gemüsereichen Ernährung, wie es die Gesundheitskampagne 5 am Tag empfiehlt. Mit 5 am Tag - das sind fünf Portionen Gemüse und Obst jeden Tag - kann nachweislich der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt und das Risiko für verschiedene Krebsarten gemindert werden. Ein Zusammenhang, der primär auf den Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen in Gemüse und Obst zurück zu führen ist. Kohlarten enthalten an sekundären Pflanzenstoffen insbesondere Glucosinolate (Senföle), die ausschließlich bei Kreuzblütlern vorkommen. Dazu gehören neben den verschiedenen Kohlarten wie Weißkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi oder Rosenkohl auch beispielsweise Meerrettich, Kresse oder Senf. Senföle können das Erkrankungsrisiko an bestimmten Krebsarten verringern, wie Darmkrebs oder Brustkrebs.


Feine Verwandtschaft

Getoppt wird der Blumenkohl noch vom Brokkoli. Eine Portion (200 g) dieses Edelgemüses liefert sogar mehr als 200% des täglichen Vitamin C-Bedarfs. Auch als Spargelkohl bekannt, war er bereits bei den Römern ein echter Renner. Heute gilt Brokkoli als eines der beliebtesten Feingemüse Deutschlands, wobei die Blüten ebenso eine Delikatesse sind, wie die spargelähnlichen Stiele.
Brokkoli kann gedünstet oder gekocht werden, am besten “al dente”.


Saisonal kochen

Für die gesamte Blumenkohlfamilie gilt, dass sie frisch zubereitet werden sollten, denn schon nach 2 Tagen verlieren sie wertvolle Inhaltsstoffe. Vor der Verarbeitung sollte das Gemüse gut gewaschen werden. Um eventuell vorhandene "Mitbewohner" zu entfernen, legt man den Kohl gegebenenfalls mit dem Strunk nach oben für ein paar Minuten in kaltes Salzwasser. Weißer Blumenkohl sollte keine gelben oder braunen Flecken haben. Diese sind durch Sonneneinstrahlung nach der Ernte entstanden und vermindern die Qualität des Kohls.
Blumenkohl & Co. können praktisch in jeder Form verzehrt werden: natürlich gekocht, mit Bechamelsauce gratiniert, als Auflauf, Suppe oder Rohkost.

Für gesundes Kochen sind die jahreszeitlich angebotenen Gemüse aus der Region geradezu ideal. Die wertvollen Inhaltsstoffe sind in hoher Dosierung enthalten. Das saisonale Gemüse ist billiger, und es schmeckt, weil es natürlich gereift ist, einfach besser. Außerdem ist saisonales Kochen auch ökologisch sinnvoll.

Rezepte zu Blumenkohl, Brokkoli und anderen Kohlarten finden Sie hier:


Download: Geniale Köpfe.pdf(135 KB)



    www.Ernaehrungsberatung.rlp.de drucken nach oben