Sauer macht lustig: Sauerkraut

Rohes Sauerkraut ist Lebensmittel und Heilmittel zugleich. Es war über Jahrhunderte hinweg mit die einzige Chance für Seefahrer, sich vor Skorbut zu schützen – der sehr gefürchteten Vitamin-C-Mangelkrankheit.
Sauerkraut ist eines der wertvollsten Wintergemüse – vor allem, wenn es als Frischkost verzehrt wird. Es wird aus frisch geerntetem Weißkohl hergestellt. Dieser wird fein gehobelt, unter Zugabe von Salz und Gewürzen eingestampft und mit Hilfe von Milchsäurebakterien vergoren.
Sauerkraut wirkt sich vor allem durch die Kombination von Milchsäure, Vitamin C, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen positiv auf die Gesundheit aus:
Bekannt ist Sauerkraut vor allem als wichtige Quelle für Vitamin C. Sauerkraut ist durch den Gehalt an Milchsäure bekömmlicher als Weißkohl. Die Milchsäure fördert zugleich eine gesunde Darmflora. Sauerkraut stärkt die Abwehrkräfte des Körpers: Es schützt vor Erkältungen und anderen bakteriellen Infektionen. Bestimmten sekundären Pflanzenstoffen, den Senfölen, wird eine krebsvorbeugende Wirkung und Cholesterinspiegel senkende Wirkung zugesprochen. Insbesondere durch seinen hohen Ballaststoffgehalt fördert Sauerkraut die Verdauung auf natürliche Weise. Es wirkt quasi als “Schornsteinfeger des Körpers”.

Unser Tipp:
  • Kaufen Sie frisches, rohes Sauerkraut!
  • Essen Sie das Kraut möglichst als Rohkost! Wenn Sie es als Gemüse zubereiten, dann erhitzen Sie es so kurz wie möglich und mischen kurz vor dem Servieren etwas rohes Kraut unter!
  • Sauerkraut nicht vor dem Kochen wässern!
  • Die gesundheitsfördernden Wirkungen kommen optimal zur Geltung, wenn Sie täglich drei bis vier Gabeln rohes Sauerkraut essen!


Gemüse im eigenen Saft milchsauer einlegen

Diese Zubereitung eignet sich für feste Gemüsearten wie Weiß-, Rotkohl, Möhren, Rote Bete, Knollensellerie

Zutaten für 1-Liter-Gefäß:
Etwa 800 g Gemüse, gewaschen und geputzt 10 g Salz (2 TL) ca. 1 TL Gewürze nach Geschmack

Zutaten für einen 10-Liter-Gärtopf:
Etwa 8 kg Gemüse, gewaschen und geputzt 50-80 g Salz 4-6 EL Gewürze nach Geschmack
  1. Gemüse nach Wunsch zerkleinern: sehr fein schneiden, fein oder grob raspelt oder hobeln.
  2. Gemüse stampfen (portionsweise direkt im Gärtopf oder in einer Schüssel): zerkleinertes Gemüse mit Salz bestreuen und mit den Fäusten oder einem Stampfer kräftig bearbeiten, bis Saft austritt.
  3. Gemüse abwechselnd mit den Gewürzen in das Gärgefäß geben und festdrücken. Gefäß nur zu etwa vier Fünfteln füllen.
  4. Oberfläche nach Wunsch mit Kohl-, Wein-, Johannisbeer- oder Himbeerblättern abdecken, in großen Gefäßen Beschwerungssteine oder Holzbrettchen mit Steinen auflegen.
  5. Falls das Gemüse nicht vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist, noch abgekochtes Wasser zugießen.
  6. Deckel auf Gärtöpfe legen und Rinne mit abgekochtem Wasser füllen. Gläser fest verschließen mit Schraubdeckeln bzw. Klammern.
  7. Gläser abdunkeln.
  8. 5 bis 10 Tage an einem warmen Ort (20 °C) stehen lassen.
  9. Ca. 4 bis 6 Wochen kühler stellen (0-10 °C).
  10. Das Sauergemüse ist jetzt fertig. Weiterhin kühl lagern.
  11. Entnommenes Gemüse aus dem Gärtopf ebenso wie geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.


Verschiedene Rezeptideen für die Zubereitung von Sauerkraut und anderem Sauergemüse finden Sie hier.





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