Neue Kennzeichnungsvorschriften für Farbstoffe

Ab Juli 2010 müssen Lebensmittel, die so genannte Azofarbstoffe enthalten, mit dem Hinweis versehen sein: „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.
Das verlangt die neue europaweite Gesetzgebung für die Verwendung von Zusatzstoffen, die seit Januar 2009 in Kraft ist. Zur Zeit bewertet die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Sicherheit aller einzelnen Zusatzstoffe. Die Farbstoffe wurden dabei als erste Gruppe überprüft.

Zurzeit sind in der EU 316 Zusatzstoffe für Lebensmittel zugelassen, darunter 42 Farbstoffe.
Bei den Farbstoffen (E 100 bis E 200) wird zwischen natürlichen und künstlichen Farbstoffen unterschieden. Natürliche Farbstoffe stammen entweder aus färbenden Pflanzenteilen oder sie werden synthetisch hergestellt (naturidentische Farbstoffe), was heute i. d. R. der übliche Weg ist. Die naturidentischen Farbstoffe sind in ihrer chemischen Struktur und im Verhalten den natürlichen Farbstoffen gleich.
Künstliche Farbstoffe hingegen wie Cochenillerot A (E 124), Chinolingelb (E 104) oder Patentblau V (E131) kommen in der Natur nicht vor.

Vom Grundsatz her dürfen Farbstoffe, genau wie alle anderen Zusatzstoffe, nur dann zugelassen werden, wenn sie gesundheitlich unbedenklich sind.
Vor allem die Azofarbstoffe waren jedoch auch in der Vergangenheit immer wieder in der Diskussion. Bestimmte Azofarbstoffe wurden als möglicherweise krebserregend eingestuft und verboten, so der rote Farbstoff Rot 2G (E 128). Sie werden mit pseudoallergischen Hautreaktionen und Asthma in Verbindung gebracht und stehen unter dem Verdacht, Hyperaktivität bei Kindern zu verursachen. Deshalb muss ab Mitte des Jahres 2010 der oben genannte Warnhinweis bei Lebensmitteln angebracht sein, wenn diese einen oder mehrere der folgenden Farbstoffe enthalten: Gelborange S (E 110), Chinolingelb (E 104), Azorubin (E 122), Allurarot AC (E 129), Tartrazin (E 102), Cochenillerot (E 124).

Unsere Empfehlung: Farbstoffe werden vorwiegend bei Süßwaren, Erfrischungsgetränken, Desserts und Speiseeis verwendet - Lebensmittel, die gerne von Kindern verzehrt werden. Achten sie darauf, dass diese Lebensmittel keine künstlichen Farbstoffe enthalten. eine gute Alternative sind immer solche Produkte,bei denen färbende Pflanzen oder Fruchtsäfte wie Möhrensaft, Holundersaft oder Rote Bete Saft zum Färben verwendet wurden.


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