Wie lange sind Eier haltbar?

Stand: 04/24/2017
Zur Osterzeit werden oft reichlich Eier eingekauft und nach den Feiertagen stellt sich in Anbetracht der Restbestände mancher Verbraucher die Frage, wie lange Eier eigentlich haltbar sind.
Grundsätzlich ist hierbei zwischen rohen und gekochten Eiern zu unterscheiden.


Rohe Eier

Beim Einkauf von Eiern findet man auf der Eierverpackung oder auf einem Schild in der Verkaufsstelle verschiedene Angaben.
Pflicht ist die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Es ist gesetzlich festgelegt auf maximal 28 Tage nach dem Legen. Bis zum 21. Tag nach dem Legen dürfen Eier im Handel verkauft werden, danach nicht mehr. Das Legedatum muss nicht angegeben werden, es kann durch Zurückrechnen ermittelt werden: MHD minus 28 Tage = Legedatum.
Eine Pflichtangabe ist auch der Verbraucherhinweis: „Bei Kühlschranktemperatur aufbewahren – nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen“.

Der Verbraucherhinweis ist als vorbeugende Empfehlung zu verstehen. Eier verfügen nämlich über einen eigenen Schutz gegen Krankheitserreger und andere Keime: die Schalenoberhaut (so genannte Cuticula) verhindert das Eindringen von Keimen in das Ei-Innere und verschiedene Enzyme des Eiklars hemmen das Wachstum von Bakterien. Diese natürlichen Schutzmechanismen sind nur bis etwa zum 21. Tag nach dem Legen stabil, lassen dann nach. Das Waschen der Eier würde die Schutzschicht auf der Schale zerstören. Deshalb dürfen Eier nicht gewaschen werden.
Eine trockene, kühle Lagerung, z. B. in einer Speisekammer, reicht für die Haltbarkeit in den ersten etwa drei Wochen normalerweise aus. Ab dem 21. Tag gehören Eier in den Kühlschrank.
Eier sollten bei gleichbleibender Temperatur gelagert werden. Ansonsten bildet sich Kondenswasser an der Eioberfläche, das die Schutzschicht beschädigen könnte und das Wachstum von Keimen fördern würde.

Mit Ablauf des MHD sind Eier nicht verdorben. Wie auf dem Verbraucherhinweis empfohlen, sollte man sie aber nur für solche Speisen verwenden, die durcherhitzt werden wie hart gekochte Eier, Rühreier oder zum Backen. Nicht verwenden sollte man solch ältere Eier für rohe Speisen wie Tiramisu oder Mayonnaisen.

Eigelb- und Eiweißreste vom Backen oder Ostereier-Ausblasen kann man problemlos einfrieren und nach dem Auftauen zum Garen verwenden.

Hat man die Verpackung nicht mehr, so geben Frischetests Auskunft über das Alter der Eier.


Gekochte Eier und gefärbte Eier

Hart gekochte Eier sind etwa zwei Wochen haltbar. Das gilt auch für selbst gefärbte Ostereier.
Besonders lange sind industriell gekochte und gefärbte Eier haltbar. Ihr Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt drei Monate, was daran liegt, dass die Schale mit einem speziellen Lack versiegelt wird, der das Eindringen von Bakterien verhindert.

In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass die gekochten bzw. gefärbten Eier nicht „angeknackst“ sind. Ist die Schale beschädigt, können Keime eindringen und die Eier verderben schneller.

Restliche Ostereier eignen sich gut für Gerichte wie Eier in Senfsoße, Eiersalate oder als Brotbelag. Gekochte Eier kann man auch in kleine Würfel geschnitten als Topping zu Blattsalaten oder zum ersten Spargel geben.

Rezeptidee: Ostereier nach Soleier-Art


Quellen und weiterführende Informationen
  • Verordnung (EG) Nr. 589/2008 der Kommission vom 23. Juni 2008 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 des Rates hinsichtlich der Vermarktungsnormen für Eier
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.): Lebensmittellexikon: Eier, im Internet unter: www.zugutfuerdietonne.de (Zugriff: 06.04.2017)
  • Ute Rumpf, Dr. Claudia Müller: Eier – Einkauf und Kennzeichnung, im Internet unter www.aid.de (Zugriff 24.04.2017)





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