Weiße, braune, grüne Eier ...


Wie kommt die Schale um das Ei und warum sind die Eierschalen weiß oder braun oder manchmal sogar grün?
Dies sind spannende Fragen!

Die Bildung eines Hühnereies benötigt ungefähr einen Tag. Fast dreiviertel dieser Zeit wird für die Ausbildung der Schale gebraucht.
Der Dotter eines Hühnereies entsteht im Eierstock und wandert nach dem Follikelsprung in den Eileiter, wo der Dotter mit mehreren Schichten Eiklar umgeben wird und Eimembran und Schalenmembran entstehen. Die feste Kalkschale des Eies wird im sogenannten Eihalter (Uterus) gebildet. Kalkdrüsen entziehen dem Blut die hierfür erforderlichen Mineralstoffe. Für die Bildung einer Eischale muss das Blut mindestens 80mal den Eileiter passieren! Die Eischale ist ca. 0,2 bis 0,4 mm dick und wird abschließend von der sog. Kuticula bedeckt. Das ist ein dünnes Häutchen, das nach dem Legen des Eies gleich an der Schale antrocknet. Es schützt die poröse Kalkschale vor dem Eindringen unerwünschter Keime. Deshalb sollen Eier auch nicht gewaschen werden, weil dann die Gefahr besteht, dass die Kutikula beschädigt wird.
Der Eileiter mündet in die Kloake. Von dort verlässt das Ei durch Muskelkontraktionen den Körper und wird ins Nest gelegt.


Hühner legen weiß- und braunschalige Eier, aber auch solche mit grünlichen oder bläulichen Schalenfarben. Die unterschiedlichen Pigmente werden aus dem roten Blutfarbstoff und dem Gallenfarbstoff gebildet und während in die Eischale eingebaut.
Die grüne Schalenfarbe wird in erster Linie durch den Gallenfarbstoff beeinflusst. Im Gegensatz zu weißen und braunen Eier, deren Schale innen weiß ist, sind die grünen Eier innen auch grünlich. Grünliche Eier werden von Araucana-Hühnern bzw. Kreuzungen von Haushühnern mit Araucana-Hühnern gelegt. War der Kreuzungspartner ein Huhn mit braunen Eiern, legt die Nachzucht teils olivgrüne Eier.

Grüne Eier haben den Ruf, dass sie weniger Cholesterin als herkömmliche Eier enthalten. Analysen haben jedoch ergeben, dass der prozentuale Cholesteringehalt in grünen Eiern höher ist als in weißen oder braunen Eiern: Nach einer Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Grub beträgt die Cholesterinkonzentration bei einem durchschnittlich schweren Ei mit 60 g bei grünen Eiern zwischen 215 bis 237 mg, bei weißen Eiern zwischen 202 bis 206 mg und bei braunen Eiern zwischen 181 und 198 mg. Zwischen den verschiedenen Herkünften gibt es allerdings große Unterschiede im Eigewicht. Die braunen Herkünfte legen die größten Eier (durchschnittlich 66 g). Weiße Eier sind etwa 4 g leichter und grüne Eier sogar durchschnittlich etwa 18 g leichter. Als Folge ist der Cholesteringehalt je Ei bei grünen Eiern am niedrigsten. Dies ist jedoch ausschließlich auf das sehr viel niedrigere Eigewicht zurückzuführen.


Quelle
dlv (Hrsg.): Grüne Eier sind erblich veranlagt, im Internet unter: www.landundforst.de (Zugriff 4/2008)





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